Willkommen in Königs Wusterhausen
0 30/6 92 02 10 55

Ortschronistin mit besonderen Vorlieben: Begeisterte Schwimmerin taucht in Geschichte ein

0179/5911739 0179-5911739 01795911739
Zeesener Ortschronistin
Sabine Weißler
Telefon:01 79/5 91 17 39
Website:www.gemeinde-zeesen.de
Foto von Sabine Weißler, Zeesener Ortschronistin, Königs WusterhausenFoto von Sabine Weißler, Zeesener Ortschronistin, Königs WusterhausenFoto von Sabine Weißler, Zeesener Ortschronistin, Königs WusterhausenFoto von Sabine Weißler, Zeesener Ortschronistin, Königs WusterhausenFoto von Sabine Weißler, Zeesener Ortschronistin, Königs WusterhausenFoto von Sabine Weißler, Zeesener Ortschronistin, Königs WusterhausenFoto von Sabine Weißler, Zeesener Ortschronistin, Königs Wusterhausen

Königlicher Gast im Garten

Stand: Dezember 2023

Ein königlicher Gast zeigt sich in Zeesen immer wieder, und zwar ausgerechnet bei der neuen Ortschronistin.

Sie verweist hier auf „Prinz Albrecht von Preußen“, vor allem, da er sich gleich kiloweise bei ihr wohlfühlt. Damit hat Sabine Weißler weniger den leibhaftigen Preußenprinzen im Blickfeld. Dieser war letztes von insgesamt zehn Kindern der beliebten Königin Luise und ihres Ehemanns Friedrich Wilhelm III. Der Prinz ist 1872, nur zehn Tage nach seinem 63. Geburtstag, verstorben. Doch die nach ihm benannte Apfelsorte hält ihn dauerhaft in Erinnerung.

Traum vom Obstgarten
Die Zeesener Ortschronistin Sabine Weißler ist ein großer Fan davon. Sie konnte seit 2002 auf einem großen Grundstück in der Seegemeinde einen Kindheitstraum wahr werden lassen: „Ich wollte schon immer eine große Streuobstwiese haben. Dies ist mir hier nun mit Apfelbäumen, Zwetschgen, Mirabellen und anderen Sorten gelungen.“ Um ihre Schätze zu sehen, heißt es allerdings erst mal, sich umzudekorieren: „Wir sind hier auf einer ehemaligen Moorfläche“, erklärt sie, warum es unter den Gummistiefeln hörbar sanft quietscht und sichtbar spritzt. „Ich habe sehr lange gebraucht, um Obstsorten zu finden, die diesen Boden mögen.“

Politik und Kultur
Sabine Weißler stammt aus dem Odenwald. Deshalb fiebert sie noch immer für die „Lilien“-Fußballer vom „SV Darmstadt 98“. Sie hat Politologie und Kunstgeschichte studiert, erst in Heidelberg und dann am „Otto-Suhr-Institut“ in Westberlin. „Es gehört zur ‚Freien Universität Berlin‘ und war damals auf diesem Gebiet führend“, begründet sie, weshalb sie 1979 in die ummauerte „Frontstadt“ kam. Dort war Kultur für sie ein weiteres wichtiges Interessengebiet. Beides zusammen gibt eine Kulturpolitikerin. Als solche war sie in der verkürzten Wahlperiode von 1989 bis zur Selbstaufgabe der DDR 1991 Mitglied der Fraktion „Alternative Liste“ im Abgeordnetenhaus von Berlin. Vorher sammelte sie Erfahrungen bei der „Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst“. Nach dem kurzen Abstecher in die Politik zog es sie wieder in die „Kultur“. Das erreichte sie 1991 als Leiterin vom Kunstamt in Steglitz, das später „Kultur- und Bibliotheksamt Steglitz-Zehlendorf“ wurde.

Gerne im Wasser
Nachdem sie mit ihrer Familie 2002 auf ein Grundstück in Zeesen gestoßen war, begann sie, sich hier zu entfalten. „Ich bin eine begeisterte Schwimmerin. Ich merke deshalb, wie der Zeesener See jedes Jahr ein wenig Wasser verliert. Man kann jetzt an Stellen noch stehen, wo das vor ein paar Jahren nicht möglich war“, hat sie daher beobachtet. Das neue Haus bietet neben Seeblick eine tägliche Sicht auf das ehemalige „Schloss“, das immer mehr verfällt. „Es soll ja eine Seniorenwohnanlage werden“, verweist sie auf die bekannten Zukunftspläne. Dort, wo früher Theater-Größen wie Gustaf Gründgens und dessen Frau Marianne Hoppe das Flair der großen, weiten Welt ins kleine Dorf brachten und Ufa-Stars wie Heinz Rühmann, Hans Albers, Marika Rökk oder Zarah Leander ein- und ausgingen, soll sich das Leben zukünftig um pflegebedürftige Senioren drehen.

Aktive gesucht
Sabine Weißler fand ziemlich schnell Zugang zur Historikergruppe vom „Zeesener Interessenverein“, der heute von Helga Zeidler geleitet wird. Eine „treibende Rolle“ spielt dabei Uwe Friedrich.
„Wir sind in der Gruppe leider nur sieben Aktive. Es wäre schön, wenn Verstärkung dazukommen würde“, lädt Sabine Weißler ein.
Sie weiß, wie wichtig das Festschreiben von Geschichte ist: „Was heute noch aktuelle Ereignisse sind, weiß schon bald niemand mehr genau.“ Dabei spielt der Blick zurück ebenfalls eine wichtige Rolle: „Wir sind die Seestraße und Fasanenstraße als längste Straßen abgelaufen und haben per Flugblatt alle Bewohner dort gebeten, uns mit Fotos und Erinnerungen zu unterstützen. Viele sind ja neu hinzugezogen. Sie haben ein Grundstück gekauft, das dann entsprechend angepasst wurde. Fotos davon wären von großem Interesse. Leider war die Resonanz bisher eher gering.“
Darüber hinausgehende Aktivitäten sind geführte historische Spaziergänge, die 2024 eine Erweiterung erfahren werden. Mal sehen, ob sich hier zusätzliche runde, leckere Spuren von „Prinz Albrecht von Preußen“ finden lassen.

Erlebniswelt Dampflok
Übrigens hat Tochter Johanna Weißler das Faible für Historie von ihrer Mutter und vom Vater die Liebe zu Eisenbahnen geerbt. Sie wurde Leiterin der soeben eröffneten „Erlebniswelt Dampflok“ im thüringischen Meiningen.
Es ist der wichtigste Ort, wo die Tradition der früheren Kolosse fortgeführt wird, indem die Deutsche Bahn diese noch warten und reparieren kann. So viel technisches Talent ist bei Mutter Sabine Weißler kaum gefragt, wenn sie ihren „Prinzen“ liebevoll pflegt und vor Waschbär-Attacken schützen möchte.

Erstellt: 2023