Willkommen in Königs Wusterhausen
0 30/6 92 02 10 52 ← Zurückgehen

50 Jahre Hockey-Metropole

Hockey Club Königs Wusterhausen 1966 e.V
Dana Delorme, Henrik Bürger
Telefon:01 72/9 81 98 07
Website:www.hckw.de

Zusammen am Ball!

Stand: Dezember 2016

Kleiner Ball, großes Feld, schnelles Tempo: Beim Hockey geht es viel rasanter zu als beispielsweise beim Fußball. Dennoch kennen nur wenige diesen Sport. Königs Wusterhausen macht da die Ausnahme: Hier steht eine der ostdeutschen Hockey-Wiegen, und zwar seit mittlerweile einem halben Jahrhundert!

Der „Hockey Club Königs Wusterhausen 1966 e.V.“ kann bereits das 50. Jubiläum feiern. „Mit dieser Disziplin konnte Deutschland bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 beachtliche Erfolge erzielen. Dennoch gab es davon kaum Übertragungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen“, bedauern Dana Delorme und Henrik Bürger die Vernach­lässigung ihres Sports in den Medien. Die beiden stehen seit 2014 einem Verein vor, der mit 200 Mitgliedern alle Generationen anzieht. „Bei uns kann man mit vier Jahren anfangen. Die ältesten Spieler gehen bereits aufs Rentenalter zu“, erläutern die „Präsidenten“.

Start mit Schwierigkeiten
Dass Königs Wusterhausen Hockey-Metropole wurde, hat die Stadt ganz wesentlich Günter Wenkel zu verdanken. Er schaffte es 1966, den Hockey Club in der Stadt ins Leben zu rufen. Bereits zwei Jahre später gab es Schwierigkeiten: Nachdem die DDR-Männer-Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko nur einen enttäuschenden elften Platz erringen konnten, strichen die Sportoberen in Ostdeutschland Hockey kurzerhand aus der Liste der „geförderten Sportarten“. Die entsprechenden Leistungszentren für die Eliteaus­bildung in Leipzig und Jena wurden geschlossen.

Schnelle Erfolge
Dennoch blieb in KW die Begeisterung ungebrochen. Während die „Stars“ in Mexiko versagten, errangen die jungen Sportler aus der Dahme-Metropole sogar gegen alteingesessene Vereine in Berlin beachtliche Siege. „1968 konnte der Verein gleich fünf Spieler zur Spartakiade nach Pritzwalk delegieren“, hat Henrik Bürger aus den Annalen gelesen. Günter Wenkel hatte es oft schwer, seinen Sport durch­zusetzen. So erinnert er sich, dass der Platzwart sie zu einem anberaumten Spiel ins „Stadion der Freundschaft“ nicht hereinlassen wollten, weil er um den Rasen fürchtete. Erst eine Anweisung „von oben“ ermöglichte, dass der Wettkampf doch ausgetragen werden konnte. Dennoch gab es ein weiteres Problem: Es galt vor jedem Spiel das Spielfeld mit Kreide zu markieren. „Allerdings hatten meine Jungs immer große Schwierigkeiten, eine perfekte Rundung zu zeichnen“, erinnerte sich Günter Wenkel.

Mädchen und Liebe
Er erhoffte sich Auftrieb von einer Damenmannschaft und regte an, die Freundin mit aufs Spielfeld zu bringen. Die attraktiven Mädchen wurden auf Anhieb „Bezirksmeister“. Das war gar nicht mal schwierig, sie waren ja die einzige weibliche Mannschaft! Dennoch wurden sie zur Vorrunde der DDR-Meisterschaften geladen. Das brachte wohl manche heiße Beziehung ins Wanken, mit dem Effekt, dass die Mannschaft zerbrach. „Weiteres Problem war, dass unsere Spieler, wenn sie auf den Straßen von KW unterwegs waren, wegen des Schlägers selbst als ‚Schläger‘ abqualifiziert wurden, da der Sport einfach zu unbekannt war“, erinnert sich Jochen Müller, der damals Erfolgstrainer war. Früher war er Torwart der DDR-Nationalmannschaft.

Wende mit der Wende
Erst 1989 durfte in Königs Wusterhausen wieder an Schulen für den eleganten Sport geworben werden. „Damit konnten gleich ein Dutzend neue Spieler gewonnen werden“, weiß Dana Delorme. Heute spielen insbesondere die Kleinen eine große Rolle. Die beiden Vorsitzenden Dana Delorme und Henrik Bürger kamen zum Hockey, weil Denise Delorme, heute 22, und Alina Bürger, heute 12, die Eltern mit ihrer Begeisterung ansteckten. Daraus entstand eine eigene „Elternmannschaft“, die „Schlossgeister“, die an Turnieren teilnimmt. Im Verein selbst stellen die kleineren Spieler mit 120 Aktiven den Löwen­anteil. Trainiert wird auf dem Kunstrasen des Vereins­geländes an der Goethe­straße. „In der kalten Jahreszeit ist Hallenhockey angesagt. Dazu dürfen wir in die Paul-Dinter-Sporthalle“, verweisen Dana Delorme und Henrik Bürger auf den Vorteil, dass man Hockey das ganze Jahr über spielen kann.

Exklusiv in Brandenburg
Nach wie vor sind die Vereine in Brandenburg rar gesät: Neben KW finden sie sich vor allem noch in der Stadt Brandenburg, in Falkensee, Potsdam, Großbeeren, Pritzwalk und ganz neu in Leegebruch. Damit hat der Hockey Club KW im 50. Jahr weiter seinen exklusiven Status gewahrt!